{"id":492,"date":"2013-03-04T22:00:03","date_gmt":"2013-03-04T22:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pa-do.de\/blog\/?p=492"},"modified":"2021-09-22T23:16:47","modified_gmt":"2021-09-22T23:16:47","slug":"distanzreiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pa-do.de\/blog\/distanzreiten\/","title":{"rendered":"Distanzreiten"},"content":{"rendered":"<p>Distanzreiten (engl. Endurance Riding) ist quasi der Marathon f\u00fcr Pferd und Reiter und gewinnt immer mehr Anh\u00e4nger. Auf unterschiedlichem Gel\u00e4nde werden so schnell wie m\u00f6glich weite Strecken zur\u00fcckgelegt, wobei die Gesundheit des Pferdes vor, w\u00e4hrend und nach dem Wettbewerb tier\u00e4rztlich kontrolliert wird. Pferde, die bei diesen Untersuchungen f\u00fcr reituntauglich erkl\u00e4rt werden, scheiden \u2013 zum Schutz ihrer Gesundheit \u2013 aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Reiter liegt die Herausforderung beim Ausdauerreiten also unter anderem darin, Kondition, Tempo, Reitfreude und Reitweise seines Pferdes richtig einzusch\u00e4tzen. Die gemeinsam unternommene Anstrengung schwei\u00dft Pferd und Reiter \u00a0zusammen, was auch einen Teil des Reizes dieses Abenteuers ausmacht.<\/p>\n<p><strong>Einfache<\/strong>\u00a0<b>Regeln<\/b><\/p>\n<p>Die Streckenl\u00e4nge beim Distanzreiten variiert zwischen etwa 25km und harten 160km, die innerhalb von 24 Stunden zur\u00fcckgelegt werden m\u00fcssen. Letztere bed\u00fcrfen in der Regel eines mehrj\u00e4hrigen intensiven Trainings. Pferde und Ponys m\u00fcssen f\u00fcr die Wettbewerbsteilnahme bei k\u00fcrzeren und mittleren Strecken mindestens f\u00fcnf Jahre alt sein, f\u00fcr das Zur\u00fccklegen l\u00e4ngerer Strecken (Goldkategorie) mindestens 7 Jahre. Bei allen Distanzreit-Wettbewerben wird ein Mindesttempo vorgegeben, das nicht unterschritten werden darf.<\/p>\n<p><b>Geschichte<\/b><\/p>\n<p>Dass Pferde weite Distanzen zur\u00fccklegen, ist in der Geschichte nicht neu. Berittene Botendienste gab es bei den alten Persern und unter Dschingis Khan. Die Herausforderungen f\u00fcr Tiere und Reiter waren vergleichbar mit der sp\u00e4ter entwickelten Disziplin des Distanzreitens. 1892 fand der erste offizielle Wettkampf statt. Geritten wurde die Strecke zwischen Wien und Berlin, ein Wettstreit zwischen den Kaisern Wilhelm II und Franz Josef von \u00d6sterreich \u00fcber 570 km. Die traurige Bilanz der Strapaze: 25 verendete Pferde.\u2028 Auch andere europ\u00e4ische Wettk\u00e4mpfe dieser Art wurden zur Tortur und hinterlie\u00dfen viele tote Tiere.<\/p>\n<p>In Deutschland etablierte Equitana-Gr\u00fcnder Wolf Kr\u00f6ber das Distanzreiten Anfang der 1970er Jahre. Mehrere Pferde starben bei diesen 50km-Ritten. Seitdem haben sich die Regeln zum Schutz der Tiere erheblich verbessert, weshalb heute die Gesundheit der Pferde oberste Priorit\u00e4t hat.<\/p>\n<p><b>Geeignete Rassen<\/b><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen alle Pferderassen bei Distanzritten mitreiten. Bestimmte Merkmale bzw. trainierte Eigenschaften sind aber erstrebenswert. Generell sind Kampfgeist, Mut, Nervenst\u00e4rke, Ausdauer und Schnelligkeit gefragt, sowie die F\u00e4higkeit, sich in kurzer Zeit entspannen und erholen zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise auch, trinken oder fressen zu k\u00f6nnen, sobald Gelegenheit dazu ist.<\/p>\n<p>Vom K\u00f6rperbau und der Kondition her sind Arabische Pferde besonders gut f\u00fcr langes Reiten geeignet, was sich durch ihre Entwicklungsgeschichte erkl\u00e4rt. In Amerika sind daneben auch Mustangs bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>In Deutschland starten hingegen viele \u201euntypische\u201c Rassen wie Traber oder verschiedene Ponyrassen. Erfahrungsgem\u00e4\u00df bringen jedoch meist kleinere, hochbl\u00fctige Pferde die besten Voraussetzungen f\u00fcr diese Disziplin mit.<\/p>\n<p><b>Im Trab<\/b><\/p>\n<p>Meist wird im schnellen Trab geritten, je nach Bodenbeschaffenheit und Kondition unterbrochen vom Laufen im Galopp oder im Schritttempo. Entscheidend ist ein guter Bewegungsablauf mit langen, bodendeckenden Schritten. Dieser ist selbstredend vom K\u00f6rperbau der Tiere abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p><strong>Anforderungen an d<\/strong><b>en Reiter<\/b><\/p>\n<p>Auch wenn es beim \u00dcberwinden langer Distanzen um Schnelligkeit geht, liegt der Reiz dieser Sportart f\u00fcr viele im gl\u00fccklichen Ankommen. Anf\u00e4nger beginnen mit k\u00fcrzeren Strecken, bei denen nicht die Gefahr einer \u00dcberforderung ihres Pferdes oder ihrer selbst besteht. Langstrecken hingegen stellen hohe Anforderungen an Fitness und Ausdauer des Reiters. Auch w\u00e4hrend vieler Stunden im Sattel sind ein gut ausbalancierter Sitz, harmonische Bewegungen und Entspannungsf\u00e4higkeit Voraussetzung. Des Weiteren muss der Reiter sein Pferd genau kennen, um dessen Gem\u00fctslage und Kondition einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Und er muss bereit sein, im Zweifel das Rennen f\u00fcr das Pferd aufzugeben.<\/p>\n<p><b>Ausr\u00fcstung<\/b><\/p>\n<p>Die Ausr\u00fcstung des Pferdes ist gem\u00e4\u00df Reglement nahezu freigestellt, sie muss lediglich verkehrssicher sein. Anf\u00e4ngern gen\u00fcgt ein Vielseitigkeitssattel. Hierbei sollte der Reiter aber zwingend einen scheuerfreien Sattel bzw. Sattelgurt w\u00e4hlen, der Druckstellen vermeidet. Eine polsternde Sattelunterlage und Vorderzeug sch\u00fctzen den Pferder\u00fccken vor Druck und verhindern ein Verrutschen des Sattels. Gerade beim schwei\u00dftreibenden Distanzreiten ist der Einsatz von Equipment mit Lammfell ratsam. Dieses ist leicht, wirkt bei Bedarf k\u00fchlend oder w\u00e4rmend, hat hervorragende polsternde Eigenschaften und transportiert N\u00e4sse schnell nach au\u00dfen. Zudem l\u00e4sst es sich leicht reinigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Distanzreiten (engl. 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