Ein Pferd ohne Reiter ist immer ein Pferd. Ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch.
(Stansislaw Jerzy Lec)
Ein Pferd ohne Reiter ist immer ein Pferd. Ein Reiter ohne Pferd ist nur ein Mensch.
(Stansislaw Jerzy Lec)
Name:
Der Holsteiner gehört zu den Warmblütern und gilt als vielseitiges Sportpferd.
Herkunft und Geschichte:
Deutschland. Die Zucht der Holsteiner setzte um 1400 im Kloster Uetersen in Schleswig-Holstein ein. Zunächst vor allem als Arbeitspferd für das Feld genutzt, wurde die Rasse durch die Kreuzung mit Englischen Vollblütern zum Reitpferd veredelt. Die kräftigen Tiere waren auch in der ausländischen Kavallerie beliebt. Sie wurden unter anderem nach Spanien und Frankreich exportiert.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schwand die Bedeutung der Kavallerie, und man benötigte mehr Pferde für den Personenverkehr. Auf großteils unbefestigten Wegen eignete sich hierfür der Holsteiner mit seinem „hohen und räumenden“ Gang bestens. Nach dem 2. Weltkrieg schrumpfte der Bestand der Rasse dramatisch, konnte aber seit den 70er Jahren wieder aufgebaut werden. Noch heute wird der typische Brand von 1944 zur Kennzeichnung verwendet.
Aussehen:
Der Holsteiner mit einem Stockmaß von162 bis 172cm ist ein großliniges und athletisches Reitpferd. Als Farben kommen häufig Schimmel und Braune vor, etwas ungewöhnlicher sind Füchse und Rappen. Das Fell ist fein mit weniger dichtem Langhaar.
Große Augen und Ohren, sowie eine leichten Ramsnase kennzeichnen den mittelgroßen, trockenen Kopf. Es schließen sich ein langer, muskulöser Hals und ein dementsprechend kräftiges Genick an. Die tiefe breite Brust, kräftige Schultern und ein ausgeprägter Widerrist passen zum kompakten und gut gewölbten Rumpf. Muskulöse Oberarme, schlanke, harte Beine und die kräftige Hinterhand sind anatomisch ideale Voraussetzungen für den Springsport.
Charakter:
Dem typischen Holsteiner werden eine Vielzahl von positiven Eigenschaften zugeschrieben. Darunter fallen sportliche Attribute wie Fleiß, Einsatzfreude, Leistungs- und Nervenstärke, sowie Lernwillen, Intelligenz und Gehorsam.
Das ausgeglichene und unkomplizierte Temperament zeigt sich in Umgänglichkeit, Zuverlässigkeit und Anpassungsfähigkeit.
Sportarten:
Das edle und athletische Warmblut bringt mit seinem ausgezeichneten Springvermögen ideale Voraussetzungen für den Springsport mit. Ein langer Schritt, raumgreifender Trab und schwungvoller Galopp prädestinieren diese Rasse aber gleichermaßen für Dressur und Vielseitigkeit.
Wer nie im Morgentau auf leicht behuftem Pferde die Welt durchstreift, weiß nichts um des Lebens höchstes Glück. (unbekannt)
Wir möchten Ihnen hier unseren Partner und Experten für Reitsport-Artikel, die Firma MATTES, vorstellen.
Leder und Lammfelle seit 1867
Das traditionsreiche deutsche Unternehmen startete bereits im Jahr 1867 im schwarzwäldischen Tuttlingen als Schafleder- und Lammfell-Gerberei. Als Zulieferer für Schuh- und Bekleidungshersteller machte sich die Firma schnell einen geachteten Namen. Ab 1968 stellt MATTES selbst fertige Produkte aus Leder und Lammfell für die verschiedensten Branchen her und beliefert damit unter anderem die Auto- und Flugzeugindustrie mit Pilotensitzbezügen oder Bentley-Fußmatten.
Handwerk und Technik
Das Unternehmen stellt seit jeher höchste Ansprüche an seine Mitarbeiter. Mit Erfahrung und Augenmaß werden die besten Lammfelle sorgfältig ausgewählt und teils in traditioneller Handarbeit, teils mit aufwendiger Technik veredelt. Das gesamte MATTES-Sortiment, eingeschlossen alle Artikel für den Reitsport, kann sich seit 2007 mit dem ISO-Zertifikat schmücken, das stets gleiche höchste Qualität garantiert.
Equestrian Products
Die relativ junge Firmensparte „Equestrian Products“ von MATTES konzentriert sich seit Mitte der achtziger Jahre auf den Pferdesport. Seit 1995 werden mit Erfahrung, Leidenschaft und Innovationsfreude hochwertige Reitsportartikel entwickelt. Die breite Palette von Lammfellprodukten hat sich seitdem zu Recht weltweit einen hervorragenden Platz im Spitzensport erobert. Die Firma MATTES arbeitet eng mit Reitfreunden und Experten zusammen. Ziel ist immer die einfache Handhabbarkeit und der Nutzen und damit eine echte Erleichterung für Pferd und Reiter. Zu dieser Maxime gehört beispielsweise auch, dass fast alle MATTES-Reitsportprodukte maschinenwaschbar und trocknerbeständig sind. Innovativ sind die speziell entwickelten Dressurgamaschen mit Lammfell-Futter oder asymmetrische Sattelgurte für anatomisch besondere oder sehr runde Tiere.
Die Produktpalette, auch in der beliebten FASHION-LINE-Ausführung erhältlich, reicht von Satteldecken und Sattelkissen über Schabracken und Sattelgurte bis hin zu passenden Ohrenkappen. MATTES – alles Gute für Ihr Pferd.
Bei pa-do.de finden Sie eine große Auswahl der Spitzenprodukte von MATTES.
Steckbrief: Der Trakehner
Name:
Der Trakehner gehört zu den Warmblütern und als älteste zugleich zu den bedeutendsten deutschen Reitpferderassen.
Herkunft:
Die Ursprünge der Rasse gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1732, also vor 280 Jahren, gründete der preußische König Friedrich Wilhelm das „Königliche Trakehner Stutamt“ in Trakehnen in Ostpreußen. Seitdem lässt sich die Zucht lückenlos auf dieses Gestüt zurückführen. Zunächst brachte das Gestüt elegante und ausdauernde Kutschpferde hervor. Ende des 18. Jahrhunderts lag der Fokus auf der Zucht von Militärpferden. Leistungstests und eine exakte Dokumentation des Stammbaums bildeten die Basis des Erfolgs der Rasse. Im 19. Jahrhundert wurden zur weiteren Veredelung der Trakehner Araber und englische Vollblüter eingesetzt. Dadurch wies die Rasse schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen etwa 50prozentigen Vollblutanteil auf. Für die reinrassige Zucht dürfen bis heute neben den genannten Vollblütern ausschließlich noch der Shagya- und der Anglo-Araber eingekreuzt werden.
Nach dem Zusammenbruch der ostpreußischen Zucht am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Rasse mit einem kleinen Bestandteil der Zucht in allen deutschen Bundesländern geduldig und auf hohem Niveau wieder aufgebaut. Darüber hinaus wurde der Trakehner gern zur Veredelung anderer deutscher Warmblutzuchten herangezogen.
Heute sind neben Deutschland auch Russland und Polen Zuchtgebiete. Die Rasse ist weltweit verbreitet.
Aussehen:
Mit einem Stockmaß von 160 bis 170 Zentimetern und seinem eleganten Aussehen verkörpert der Trakehner die edelste deutsche Reitpferderasse. Es kommen alle Farben vor.
Neben dem geraden Profil, dem langen Hals und einem ausgeprägten Widerrist tragen ein ausdrucksvoller Kopf, große Augen und eine harmonische Rumpfaufteilung in Vor-, Mittel- und Hinterhand zum edlen Erscheinungsbild bei. Markant sind außerdem die plastische Bemuskelung, korrekte und klare Gliedmaßen und Gelenke, sowie wohlgeformte Hufen. Die gewünschte Athletik zeigt sich in einem starken, sehr funktionstüchtigen Rücken.
Trakehner werden – seit 1787 – mit dem Symbol der siebenendigen Elchschaufel gebrandet.
Charakter:
Der Trakehner mit seinem hohen Vollblutanteil gilt als leistungsbereiter und ausdauernder Charakter. Neben Belastbarkeit und robuster Gesundheit achten Züchter auf Tiere, die einen wachen und intelligenten Eindruck machen. Erwünscht ist ein umgängliches, unkompliziertes, verlässliches Pferd mit Einsatzfreude und Nervenstärke. Nichtsdestotrotz kann ein einzelnes Tier seinen eigenen Kopf durchsetzen und sich im Umgang als schwierig, nervös oder ängstlich zeigen. Im Allgemeinen aber wird das Zuchtziel erreicht und so gilt der Trakehner als gelassen und ausgeglichen im Temperament.
Sportarten:
Die sportlichen Stärken des Trakehners liegen zum einen in der Dressur, daneben aber ganz besonders in der Vielseitigkeit. In keiner anderen Disziplin ist der Prozentsatz dieser Tiere so hoch.
Obgleich der Trakehner sich für alle Sportarten eignet, findet man ihn eher selten unter Springreitern, beim Westernreiten oder im Fahrsport.
„Wir haben fast vergessen,
was für eine seltsame Sache das ist,
dass ein Tier, so groß,
so kraftvoll, und so intelligent wie das Pferd,
einem anderen, weit schwächeren Wesen erlaubt,
auf seinem Rücken zu reiten.“ (Peter Grey)
Steckbrief: Der Hannoveraner
Name: Hannoveraner. Die in Niedersachsen gezüchtete Rasse gehört zahlenmäßig zur stärksten Warmblutzucht Europas. Aufgrund zahlreicher Sporterfolge in den Disziplinen Springen und Dressur zählt der Hannoveraner zu den erfolgreichsten und vielseitigsten Reitzuchtpferden.
Herkunft:
Hauptzuchtgebiet ist Niedersachsen/ Deutschland. Die gezielte Zucht der Hannoveraner lässt sich zurückverfolgen bis ins 16. Jahrhundert. Bedeckungen und Abfohlungen werden seit 1735 mit der Gründung des Landgestütes in Celle zentral registriert.
Zunächst diente die Pferdezucht für den Militärdienst und für die Landwirtschaft dem Existenzerhalt vieler Bauern in Hannover. Seitdem jedoch ab den 50er Jahren das Pferd in der Landwirtschaft durch den Einsatz technischer Geräte mehr und mehr ersetzt wurde, spezialisierten sich die Züchter auf reine Reitsportpferde. Vor allem mithilfe von Trakehnern und Vollbütern wurde der Hannoveraner erneut veredelt und zu dem, was er heute ist: ein typisches, modernes und „rittiges“ Reitpferd. Das Zuchtziel wird recht umfassend mit „ein für alle Zwecke geeignetes, edles, korrektes, großrahmiges Warmblutpferd mit gutem Temperament und Charakter“ beschrieben. Bedingt durch diese weit gefasste Definition gibt es eine große Bandbreite unterschiedlicher Typen.
Aussehen:
Gezüchtet werden Pferde mit den vier Grundfarben Fuchs, Rappe, Braun und Schimmel. Das Stockmaß beträgt im Mittel 165 cm. Das Sportpferd hat klare Konturen, eine trockene Textur und eine plastische Bemuskelung. Die großen und aufmerksamen Augen blicken offen und ruhig, der trockene Kopf geht in einen langen muskulösen Hals über. Weitere Merkmale sind eine tiefe Brust und parallel zueinander stehende Vordergliedmaßen. Diese sind – wie die Hinterbeine – ebenfalls gut bemuskelt mit ausgeprägten Gelenken und elastischen Fesseln. Der Schweif sollte gerade sein.
Charakter: Hannoveraner gelten als intelligent, umgänglich und unkompliziert, als ausgeglichen, nervenstark und wach. Ihre hohe Leistungsbereitschaft gepaart mit Lernfähigkeit, Mut und Einsatzfreude vereinen sie mit Gelehrsamkeit und Ausgeglichenheit. Gleichwohl besitzen sie Temperament und Sensibilität.
Besonderheiten: Der Hannoveraner gilt als eine der bedeutendsten Pferderassen der Welt. Mit rund 19.000 eingetragenen Zuchtstuten und über 400 Hengsten nimmt Hannover weltweit eine Spitzenposition ein und hat darüber hinaus maßgeblichen Einfluss auf viele andere Warmblutzuchten.
Sportarten:
Der Hannoveraner zeichnet sich durch ein exzellentes Gangwerk aus, das ihn für den großen Sport prädestiniert. Damit wird er sowohl in der Dressur als auch im Springsport auf höchstem Niveau eingesetzt.
So sorgen Hannoveraner immer wieder auf bedeutenden Wettkämpfen weltweit für Erfolge. Olympiasieger, Welt- und Europameister im Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitssport stammen aus Niedersachsen.
Als Allound-Talent mit enormem Sprungtalent sind die Tiere aber auch im Freizeitbereich beliebt. Jeder ambitionierte Freizeitsportler weiß die Vorzüge dieser vielseitigen Rasse zu schätzen. Selbst vor dem Wagen macht der Hannoveraner eine gute Figur.
„Und in der Tat, ein Pferd, das sich stolz trägt, ist etwas so schönes, bewunderns- und staunenswürdiges, dass es aller Zuschauer Augen auf sich zieht. Keiner wird müde, es anzuschauen, solange es sich in seiner Pracht zeigt.“ (Xenophon, um 426 bis 355 v. Chr., griechischer Schriftsteller, Politiker und Feldherr)
Das Pferd in Redewendungen
Ob man nun das Pferd von hinten aufzäumt, jemandem etwas vom Pferd erzählt oder sich vergaloppiert: die enge Beziehung zwischen Mensch und Pferd – besonders vor der breiten Durchsetzung des Automobils – hat viele Spuren in unserem alltäglichen Sprachgebrauch hinterlassen. Die meisten dieser Redewendungen beziehen sich auf Konstitution und Charakter des Haustieres und Partners des Menschen. Folgende Beispiele sind bis heute geläufig und bedürfen kaum einer Erklärung:
Einige Beispiele
Pferdeschwanz Eine Pferdenatur, oder auch eine Pferdelunge haben. Die Pferde gehen durch oder jemandem gehen die Pferde durch. Schuften, bzw. arbeiten wie ein Pferd. Immer langsam mit den jungen Pferden! Die Pferde scheu machen. Dahin bringen mich keine zehn Pferde! Man hat schon Pferde kotzen sehen. (Zur Erläuterung: Pferde können nicht erbrechen.) Saufen wie ein Pferd.
Redewendungen aus dem Wettsport
Auch aus dem Wettsport wurden geflügelte Worte in den Alltag integriert. So setzt man das eine Mal auf´s falsche, ein anderes Mal auf´s richtige Pferd, oder jemand hat oder ist gar das beste Pferd im Stall.
Pferdestärken
Die Leistung jedes Autos muss sich bis heute in Pferdestärken (PS) messen lassen. In Kilowatt ausgedrückt entspricht 1 PS rund 0,74. Bildlicher ausgedrückt entspricht das in etwa der Leistung, die ein Zugpferd aufwenden muss, um mit Schrittgeschwindigkeit eine Masse von 500kg eine 10prozentige Steigung hochzuziehen.
Trojaner mit Pferdefuß
Ein besonderes Kunstwerk war das heimtückische Geschenk, das Odysseus sich als Kriegslist für die Trojaner einfallen ließ. Die Trojaner schafften dieses riesige Holzpferd hinter ihre Stadtmauern. Dort aber entstiegen Krieger dem Bauch des Pferdes und öffneten den griechischen Truppen die Tore. Dementsprechend wird im heutigen Sprachgebrauch ein zunächst harmlos anmutendes Geschenk als „Trojanisches Pferd“ oder kurz „Trojaner“ benannt. Im Nachhinein stellt dieses sich als unheilvoll heraus. Ob Trojas Einwohner das Sprichwort vom geschenkten Gaul, dem man nicht ins Maul schaut, kannten, ist nicht anzunehmen. Eine negative Bedeutung hat auch der Pferdefuß, der einen Nachteil, eine Unannehmlichkeit oder einen Haken bezeichnet. Diese Wendung geht darauf zurück, dass man sich den Teufel mit einem Pferdefuß vorstellte.
Ein Freund, ein guter Freund
Ein positiver Charakter und verlässlicher Freund ist hingegen derjenige, mit dem man „Pferde stehlen“ kann.